Donnerstag, 24. Juli 2014

Ach ein E-Book? Ich dachte, du hast schon etwas Richtiges veröffentlicht.

Immer mehr große Publikumsverlage setzen auf eigene digitale Imprints. Das bedeutet, die Titel, die dort erscheinen, gibt es nur als Ebook. Besonders erfolgreiche Titel können es manchmal nachträglich in den Print schaffen. Sandra Regnier hat es mit ihrer Pan-Trilogie vorgemacht. Doch das ist eher die Ausnahme. Was können die Digitalen? Und worin besteht der Unterschied zum Self-Publishing? Zählt das überhaupt als richtige Veröffentlichung? Und was ist mit der Qualität? Hier teilt eine "Betroffene" ihre Gedanken zu dem Thema. 

 

Wenn man erzählt, dass man schreibt, kommt zwangsläufig die Frage, ob man denn schon mal etwas veröffentlicht hat. Hat man gar nichts vorzuweisen, ist man ohnehin schon eine bedauernswerte Kreatur und vermutlich schreibt man einfach einen derartigen Schrott, dass ihn einfach niemand haben will. 
Die zweite Möglichkeit ist, dass man vielleicht zu der wachsenden Gruppe der "Self-Publisher" gehört. Das heißt, man nutzt eine der vielen Möglichkeiten (Distributoren, Kindle Direct Publishing, BOD und Co.) sein Buch im Alleingang ohne Verlag herauszubringen. Das macht einen schon mal höchst suspekt. Höchstwahrscheinlich schreibt man Schrott, den keiner haben will, was man aber nicht wahrhaben will. Deswegen versucht man, den Schrott selbst irgendwie unters Volk zu jubeln. 
Dann gibt es noch diejenigen, die für Reihen, Heftchen oder bei Kleinverlagen veröffentlichen. Die haben zwar jemanden gefunden, der ihren Schrott verlegt, weil er immerhin ein wenig Unterhaltungswert hat, aber so richtige echte Autoren sind das auch nicht, oder?
Und dann gibt es da die richtigen Autoren, die etwas geschrieben haben, das im Printprogramm eines großen Publikumsverlages erschienen ist und infolgedessen auch beim Buchhändler meines Vertrauens auf einem Tisch oder im Regal zu finden ist. 
Ach ja… und dann wären da natürlich noch die, deren Veröffentlichungen noch irgendwie kulturell wertvoll sind und die Preise bekommen haben. Und eigentlich zählen doch nur die letzteren beiden Gruppen als "richtig echte" Autoren, oder?

Das sind leider gängige Vorurteile. Doch es gibt extrem talentierte und erfolgreiche Self-Publisher. Erfolgs-Autoren (und/oder Preisträger) haben oft auch Absage um Absage für ihre späteren Bestseller erhalten und die Tatsache, dass jemand bei einem kleinen Verlag veröffentlicht, sagt überhaupt nichts über die Qualität seiner Arbeit aus. Auch die leichte Muse ist nicht so viel einfacher zu schreiben als "ernsthafte Literatur" (was auch immer das sein mag). Es ist nicht leichter, Menschen zu unterhalten. Dennoch befinden sich diese Dünkel in den Köpfen der Menschen. 
 Ausnehmen würde ich auf jeden Fall hier die "Zuschuss"-Verlage. Wer dafür bezahlen muss, dass sein Buch veröffentlicht wird, hat meiner Meinung nach tatsächlich irgendetwas falsch gemacht. 

Tja, und nun kommt noch eine neue Gruppe. Eigenartige Zwitter-Wesen irgendwo zwischen Self-Publishern und "richtigen Autoren" (per definitionem: Menschen, deren Werk dem kritischen Urteil des Lektorats bei einem Publikumsverlag standhielt). Diese Zwitter sind Ebook-Autoren bei den digitalen Imprints der großen Verlage. Sind das nun echte Autoren oder nicht? Und warum gehen diese Menschen überhaupt den Umweg über den Verlag anstatt Self-Publishing zu nutzen und bis zu 70% des Nettoerlöses selbst einzustreichen (gegenüber üblicherweise 30-50% vom Nettoerlös beim Verlag)?

Dafür gibt es gute Gründe. Ein Verlag übernimmt Covergestaltung, Satz, Lektorat/Korrektorat und den Großteil des Marketings. Das sind zum Teil Dinge, die man selbst einfach nicht so hinkriegt. Selbstgestaltete Cover können schnell unprofessionell aussehen. Holt man sich Hilfe vom Profi, gibt man auch Geld aus. Für mich waren professionelles Lektorat/Korrektorat und Marketing neben dem "Markennamen" des Verlags die wichtigsten Argumente für den Verlag und gegen das Self-Publishing.

Und wie ist das nun mit der Qualität? Produzieren die digitalen Imprints billige Massenware zum Schleuderpreis für anspruchslose Vielleser? 

Der günstige Preis ist hier kein Argument. Das Manuskript durchläuft im Prinzip dieselben Prozesse, die auch ein Printbuch durchläuft, wenn auch das Lektorat im Print etwas intensiver ist. Es gibt denselben Personal- und Ressourcenaufwand - abgesehen von den reinen Druckkosten. Mein Buch hat 272 Manuskriptseiten - also auch nicht weniger als ein vergleichbares Printbuch und war damit auch nicht weniger arbeitsaufwändig.
Die Leser sind auch nicht unkritischer, egal ob ein Buch 99 Cent kostet oder 9,99€. Die Kritiken fallen daher nicht unbedingt freundlicher aus, wenn das Buch günstiger war. Und gerade die Vielleser - Hauptzielgruppe der digitalen Imprints - sind anspruchsvoll. 


Als Autor ist man verstärkt gefordert, auch selbst ein wenig die Werbetrommel zu rühren und aktiv und kreativ zu werden. Es entfällt der Spontankauf, wenn jemand im Buchladen zufällig auf ein Cover stößt, das ihn neugierig macht und er nach Lesen des Klappentextes das Buch mitnimmt. Allerdings bieten die Digitalen auch verstärkt Möglichkeiten direkt mit den Lesern in Kontakt zu treten - zum Beispiel über Leserunden auf Social Reading Plattformen. Ich habe gerade großen Spaß daran. Man muss schon Lust und Laune haben und selbst auch einigermaßen digital-affin sein, damit eine Veröffentlichung bei einem digitalen Imprint sinnvoll ist. Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit meines Verlags, fühle mich gut aufgehoben und betreut und würde es weiterempfehlen. Reich wird man sicherlich nicht damit, aber das werden die wenigsten - auch nicht bei Printausgaben. 

Ich sehe insgesamt keinen großen Unterschied zu einem Print und sehe mich als "ganz normale" Autorin, auch wenn mein Buch eben nicht in gedruckter Form im Buchhandel ausliegt. 

Dienstag, 22. Juli 2014

Schreibtipp #3







Schreibtipp #3: Kritische Freunde und ein dickes Fell

Es ist nicht immer leicht, mit Kritik umzugehen. Man hat viel Arbeit und Herzblut in sein Werk gesteckt und es kann wehtun, wenn es zerpflückt, seziert und - oh Horror! - verrissen wird. 

Wenn man aber schreiben möchte, um zu veröffentlichen, muss man sich darauf einstellen, dass genau das geschieht - und zwar durch Fremde. Die sind nicht zimperlich und nehmen keine Rücksicht auf das zarte Künstlerseelchen. Da muss man sich ein dickes Fell zulegen und die nötige Distanz zum eigenen Werk aufbauen können.

Man braucht im Vorfeld also kritische Testleser. Es ist schön, wenn Freunde und Verwandte einem das Ego streicheln und grundsätzlich alles toll finden, was man produziert. Doch leider bringt es einen nicht weiter. Man sollte sich also Testleser aussuchen, die auch schonungslos ehrlich sein können und sagen, was sie denken. Sucht euch nicht die Freunde aus, die euch mit Samthandschuhen anfassen. Das ist im ersten Moment zwar angenehmer, aber Jubelperser helfen euch nicht.

Ich habe das große Glück, im Freundeskreis zwei professionelle Testleser zu haben. Beide veröffentlichte Autorinnen bei großen Publikumsverlagen. Sie kritisieren also gründlich und sachlich - doch trotzdem noch manchmal zu zaghaft und mit schlechtem Gewissen, weil sie Angst haben, mich zu verletzen. Man darf keine Angst haben vor konstruktiver, sachlich geäußerter Kritik - wenn sie im ersten Moment auch noch so ernüchternd und vernichtend erscheinen mag. Für die Art von Kritik habe ich Brüder. Speziell einen, der auch noch wie ich Berufsklugscheißer ist. 

Ich muss schon manchmal echt schlucken, wenn ich harte Kritik bekomme und ich rege mich auch oft darüber auf. Aber langsam lerne ich, damit umzugehen. Ich durchlaufe da verschiedene Phasen. 

Erst trifft es mich und ich bin enttäuscht, verletzt, manchmal auch wütend. Die Phase überspringe ich manchmal auch, wenn die Kritik sehr sachlich geäußert wird. Wenn es mich getroffen hat, rege ich mich eine Weile darüber auf. Dann denke ich darüber nach. Irgendwann habe ich dann genug emotionale Distanz, darüber nachzudenken, ob vielleicht etwas dransein könnte. Und dann entscheidet sich, welche Kritik ich mir zu Herzen nehme und welche ich versuche schnell wieder zu vergessen.

Es gibt Kritik, die ist unsachlich, blöd oder basiert einfach auf Geschmacksurteilen. Ich kann sie auch nach mehrmaligem intensiven Nachdenken nicht nachvollziehen. Solche Kritik muss man lernen zu ignorieren. Mir gelingt es nicht immer, aber ich werde besser. Es gibt aber auch Kritik, die man wenn man ganz ehrlich mit sich ist, nachvollziehen kann, auch wenn sie wehtut. Das ist die wertvollste Kritik! Sie sollte man auf jeden Fall ernst nehmen. Selbst wenn es schon zu spät ist und der Text bereits veröffentlicht. Von dieser Kritik kann man lernen und es beim nächsten Mal besser machen. 

Es lohnt sich, an der eigenen Kritikfähigkeit zu arbeiten und nicht sofort abzublocken, wenn kritische Stimmen kommen. Es hilft auch nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Geschmäcker sind so verschieden und Leute so unterschiedlich - ein Buch kann einfach nicht jedem gefallen. Gut, es gibt Bücher, die einer großen Zahl unterschiedlicher Menschen gefallen - aber das sind wohl eher die Ausnahmen. Kritik ist also unvermeidlich. Man sollte also lernen, sie zu filtern. Selbstbewusst zum eigenen Text stehen ohne dabei betriebsblind und kritikunfähig zu sein. Das ist der Drahtseilakt, den man am besten mit kritischen Freunden trainieren kann. 

Also, nehmt euren Freunden die Wattebäuschchen und die Samthandschuhe weg und lasst sie zum Joachim Llambi auflaufen. Das bringt euch und euren Text weiter als wenn ihr nur Bestätigung sucht. 



 

Samstag, 19. Juli 2014

Wochenend-Wortwucher-Frage



Bei der Hitze geht alles etwas langsamer und meine Wochenend-Frage kommt etwas später:

Wie sortiert ihr eigentlich eure Bücher? 

Nach Farbe, nach Größe, nach Themen, nach Alphabet, nach Autoren…?

Ich habe bislang immer eine Mischung aus Themen und Autoren alphabetisch gehabt. Also zum Beispiel: "Belletristik A-Z", "Ratgeber A-Z". Seit meine Bücherregale umziehen und der großen Couch Platz machen mussten, ist die Ordnung dahin. Nach Farbe würde mich ja reizen. Ich finde, das hat was. Was meint ihr?


Freitag, 11. Juli 2014

Wochenend-Wortwucher-Frage






Ich wollte gerne ein regelmäßiges Feature auf meinem Blog einführen. Einerseits, um mich zu disziplinieren, andererseits um den Laden hier mal ein bisschen aufzupeppen. ;-)

Zum Wochenende gibt es also jetzt immer eine Frage rund um Bücher, Lesen oder Schreiben. Am liebsten hätte ich natürlich, wenn ihr sie teilt, diskutiert und/oder kommentiert. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. 

1. Wochenendfrage bei Wortwucher:

Neulich auf Twitter aufgeschnappt: einer Studie zufolge liest kaum jemand Bestseller komplett. 

Wie haltet ihr das? Lest ihr immer alles brav zuende oder habt ihr auch schon Bücher abgebrochen, weil ihr sie nicht mehr ertragen konntet? Wenn ja, welche?

Ich breche selten Bücher ab, aber ab und zu kommt es schon vor. Die letzten Bücher, die ich nicht zuende gelesen habe waren: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, Shades of Grey und (ich weiß, ich mache mich gerade irre unbeliebt) Twilight. Irgendwie waren die so gar nicht meins. 

Dienstag, 1. Juli 2014

Meine Leseliste Juni 2013 - Juni 2014: Rückblick auf mein Lesejahr

Vergangenen Sommer habe ich mir einen "Gelesene Bücher"-Ordner auf meinem E-Reader angelegt. Der Juni ist nun vorbei und somit auch mein persönliches Lese-Jahr. In der letzten Zeit habe ich hauptsächlich E-Books gelesen (ist so schön praktisch, die Kinder zerfleddern es nicht), man müsste also vielleicht noch höchstens 2-3 Print-Bücher hinzufügen (z.B. Die drei ??? Sinfonie der Angst von Kari Erlhoff). Die Reihenfolge deutet übrigens keine Präferenz an. 



1.   Kerstin Gier. Lügen die von Herzen kommen
2.   C.J. Daugherty. Night School. Du darfst keinem trauen (Band 1) 
3.   Robert Galbraith (aka J.R. Rowling). The Cuckoo's Calling
4.   Mara Andeck. Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage?
5.   Mara Andeck. Wer liebt mich und wenn nicht, warum?
6.   Mara Andeck. Wen küss ich und wenn ja, wie viele?
7.   Heike Abidi. Nachts sind alle Schafe schwarz
8.   Luca Di Fulvio. Der Junge, der Träume schenkte
9.   Christoph Dittert/Kari Erlhoff/Hendrik Buchna. Die drei ???. Schattenwelt
10. Kierstie Papers. Ein (H)Uhu zum Verlieben
11. Gina Mayer. Küssen auf Amerikanisch
12. Kari Ehrhardt. Giraffen in Finnland
13. Kerstin Gier (Hrsg.). Die Mütter-Mafia and Friends
14. Halo Summer. Feuersang und Schattentraum (Sumpfloch-Saga)
15. Halo Summer. Dunkelherzen und Sternenstaub (Sumpfloch-Saga)
16. Halo Summer. Feenlicht und Krötenzauber (Sumpfloch-Saga)
17. Halo Summer. Mondpapier und Silberschwert (Sumpfloch-Saga)
18. Jonas Jonasson. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand 
19. Sabine Städing. Anna und die flüsternden Stimmen
20. Christina McKenna. The Misremembered Man
21. Boris Pfeiffer. Die drei ??? Kids. Piraten an Bord (vorgelesen ;-))
22. Hendrik Buchna. Die drei ???. Dämon der Rache
23. Katharina Winter. Sturmnächte
24. Katrin Lankers. New York Love Story
25. George Takei. Oh Myyy! [There goes the Internet] 
26. Kerstin Gier. Silber. Das erste Buch der Träume
27. Kerstin Gier. Rubinrot. Liebe geht durch alle Zeiten
28. Kerstin Gier. Saphirblau. Liebe geht durch alle Zeiten
29. Kerstin Gier. Smaragdgrün. Liebe geht durch alle Zeiten
30. Ben Nevis. Die drei ??? und der Eisenmann
31. David Skibbins. The Hanged Man: A Tarot Card Mystery
32. André Marx. Die drei ???. Die Spur des Spielers
33. Yrsa Sigurdardóttir. Geisterfjord: Island-Thriller
34. Gina Mayer. Morgen wirst du sterben
35. Ellen Alpsten. Rebella - Eine Liebe in Paris

Persönliches Fazit: 

Nebenberufsbedingt sehr jugendbuch- und frauenroman-lastig und mangels Schlaf und aufgrund von Stilldemenz mit der Tendenz eher zu Unterhaltung und weniger anspruchsvoller Literatur. Außerdem natürlich eine recht übersichtliche Liste, da ich neben Kindern, Haushalt und Schreiben wenig zum Lesen gekommen bin. 
 Sehr gut gefallen haben mir die Bücher der Kolleginnen Mara Andeck und Gina Mayer, aber auch die Sumpfloch-Saga von Halo Summer hat mich positiv überrascht (auch wenn sie eigentlich ein fröhlicher - aber irgendwie gut gemachter - Mix aus Harry Potter, Chroniken von Narnia und noch ein paar anderen Vorbildern ist und im Self-Publishing entstanden ist). Sturmnächte habe ich gelesen, weil so einer der (fiktiven) Erotik-Romane meiner Protagonistin aus Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno heißt. Das fand ich aber eher mau. Ein paar Kindle-Schnäppchen waren auch dabei, die recht durchwachsen waren. Und dann natürlich J.K.Rowlings Krimi The Cuckoo's Calling, den viele ja blöd finden. Mir hat er eigentlich gut gefallen. Sehr unaufgeregt und sehr klassisch. Ein bisschen störend sind die Klischees.

Sommer-Gewinnaktion geht in die zweite Runde

Die erste Runde lief super. Ich habe mich über die rege Beteiligung gefreut – vor allem auch aus der Schweiz. Dieses Mal gibt es wieder ein “Hausfrauenporno”-Schmöker-Paket gewinnen!

schmökerpaket2
 
Bis Montag den 02. Juli gilt es zu erraten, aus welchem Buch der folgende erste Satz stammt. Er vertreibt bei mir das schlechte Gewissen aufgrund meiner meist viel zu langen Sätze:

“Vor dem von Doppelsäulchen getragenen Rundbogen des Klostereinganges von Mariabronn, dicht am Wege, stand ein Kastanienbaum, ein vereinzelter Sohn des Südens, von einem Rompilger vor Zeiten mitgebracht, eine Edelkastanie mit starkem Stamm; zärtlich hing ihre runde Krone über den Weg, atmete breitbrüstig im Winde, ließ im Frühling, wenn alles ringsum schon grün war und selbst die Klosterbäume schon ihr rötliches Junglaub trugen, noch lange auf ihre Blätter warten, trieb dann um die Zeit der kürzesten Nächte aus den Blattbüscheln die matten, weißgrünen Strahlen ihrer fremdartigen Blüten empor, die so mahnend und beklemmend herbkräftig rochen, und ließ im Oktober, wenn Obst und Wein schon geerntet war, aus der gilbenden Krone im Herbstwind die stacheligen Früchte fallen, die nicht in jedem Jahr reif wurden, um welche die Klosterbuben sich balgten und die der aus dem Welschland stammende Subprior Gregor in seiner Stube im Kaminfeuer briet. Fremd und zärtlich ließ der schöne Baum seine Krone überm Eingang zum Kloster wehen, ein zartgesinnter und leicht fröstelnder Gast aus einer anderen Zone, verwandt in geheimer Verwandtschaft mit den schlanken sandsteinernen Doppelsäulchen des Portals und dem steinernen Schmuckwerk der Fensterbogen, Gesimse und Pfeiler, geliebt von den Welschen und Lateinern, von den Einheimischen als Fremdling begafft.”

Diese Woche gibt es ein weiteres Schmöker-Paket zu gewinnen, diesmal bestehend aus: einem Gratis-Leseexemplar meines Ebooks “Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno”, Postkarte, Entspannungs-Maske, Kühlschrankmagnet, Schokolädchen und Spruchkärtchen (“Der frühe Vogel…”).